12. Juli 2019

Mythos Bonuszahlung: Was wirklich zählt

Nur motivierte Mitarbeiter sind zufriedene Mitarbeiter – und nur zufriedene Mitarbeiter tragen nachhaltig zum Erfolg deines Unternehmens bei und bleiben einem Unternehmen lange treu. Doch wie schaffst du es als Chef nachhaltig, die Motivation deiner Mitarbeiter auf einem dauerhaft hohen Niveau zu halten?

Bereits im letzten Blogartikel ging es darum, wie du als Chef mit neuen Ansätzen positive Verhaltensweisen für den Erfolg deiner Firma verankern kannst. Unter den Reaktionen zu diesem Artikel kam die Frage auf, wie man als Chef seine Mitarbeiter motivieren kann, für das Geschäft förderliche, neue und andere Verhaltensweisen anzunehmen.

Also gehen wir im heutigen Blogartikel dieser Frage nach. Eins vorneweg: Geld allein ist es nicht. Was aber außer guter Bezahlung ist es dann, was du für den kritischen Erfolgsfaktor “motivierte und zufriedene Mitarbeiter” tun kannst? Du kennst das bestimmt: Wenn du neue Regeln aufgestellt hast, kamen meistens so Reaktionen wie “was hat der Chef denn da für eine neue Idee”, “das bringt doch eh nichts”, “ach das hat er eh bald wieder vergessen, da brauche ich mich nicht erst groß anstrengen”. Natürlich kommt auch das Thema Geld immer wieder hoch. Eine leistungsgerechte Bezahlung versteht sich von selbst. Doch warum reicht das allein nicht aus und warum bringen sogar Bonus-Zahlungen nicht das, was man sich als Chef davon verspricht

Das Kerzenexperiment

Die Antwort gibt eine Studie von Professor Karl Dunker aus dem Jahr 1945. In ihr wird ein Experiment beschrieben, wie Menschen an ein komplexes Problem herangehen. Zunächst bekamen die Probanden die Aufgabe, eine brennende Kerze so auf einer an der Wand hängenden Korkplatte zu befestigen, dass das Wachs nicht auf den Boden tropfte. Als Hilfsmittel hatten sie dafür eine Packung Streichhölzer und eine mit Heftzwecken gefüllte Schachtel zur Verfügung.


Bei der ersten Idee die Kerze mit einer Heftzwecke an die Wand zu klopfen, war schnell klar, dass das nicht funktioniert. Sie ist zu kurz und bleibt allenfalls in der Kerze stecken, statt diese zu durchdringen. Lässt man den Versuch außer Acht, aus den Streichhölzern ein abenteuerliches Konstrukt zu bauen, kamen die Probanden durchschnittlich nach drei bis fünf Minuten auf die richtige Lösung. Sie nahmen die Heftzwecken aus der Schachtel, platzierten die Kerze in der Schachtel und hefteten diese an die Korkplatte.

Dennoch hatte es einige Zeit gedauert, bis sie auf die richtige Idee gekommen waren. Warum? Die Antwort ist unter dem Stichwort “funktionelle Fixiertheit” zu finden. Das ist die Zeit, die man normalerweise braucht, um die Schachtel als mögliche Unterlage für die Kerze zu erkennen und nicht lediglich als Aufbewahrungsort für die Heftzwecken. Um diese Fixiertheit zu überwinden, erfordert es Kreativität. Die Probanden waren also gefordert, auf die Idee zu kommen, die normale Verwendung der Materialien außer Acht zu lassen und auf eine alternative Idee zu kommen.

 

“Thinking out of the Box” im wahrsten Sinn des Wortes. Doch was hat das jetzt damit zu tun, ob Geld ein Motivationsinstrument ist oder nicht? Hier kommt der amerikanische Professor für Psychologie, Sam Glucksberg, ins Spiel. Er erweiterte das Experiment um den Aspekt des finanziellen Anreizes. Glucksberg teilte die Probanden in zwei Gruppen, von denen die Probanden einer Gruppe kein Geld bekamen und das Experiment zuerst als sogenannte “Kontrollgruppe” durchführen sollten. Hierdurch konnte die für die Lösungsfindung erforderliche Standardzeit festgelegt werden. Der anderen Gruppe wurde eine Entlohnung versprochen – je schneller die Teilnehmer waren, desto mehr sollten sie verdienen.

Doch was als motivierender Anreiz gedacht war, ging nach hinten los. Diese Probanden brauchten durchschnittlich dreieinhalb Minuten länger als der Querschnitt derer in der Kontrollgruppe. Professor Glucksberg prägte bei der Interpretation des Ergebnisses den Begriff des “inneren Neandertalers”, der der Kreativität im Weg steht, weil er unter Stress gerät. Dieser Stress wird durch den Geldanreiz ausgelöst. Dabei wissen wir ja: Stress ist der Tod der Kreativität. Unter Stress bleibt man beim Gewohnten und kann sich nicht von der “funktionellen Fixiertheit” lösen. In diesem Sinne ist Geld zwar ein guter Motivator, wenn es um wiederkehrende Arbeiten mit klaren Strukturen und unkomplizierten Abläufen (Fließbandarbeit) geht, aber eben nicht, wenn Kreativität, Eigeninitiative und alternative Lösungen gefragt sind.

Worauf springen Mitarbeiter wirklich an?

Auf diese Frage antworten wir von Brillen Guru: Geht die ganze Sache doch mal spielerisch an. Dafür haben wir exklusiv für unsere Brillen Guru Insider ein Kartenspiel entwickelt, das sich gut eignet, eingefahrene Abläufe im Team zu durchbrechen und alternative Möglichkeiten und Motivationsanreize zu geben. Dadurch werden die Mitarbeiter angeregt, sich positiv mit Änderungen zu beschäftigen, statt diese von vorneherein erst einmal abzulehnen. Gute Stimmung ist nebenbei garantiert.

Jeder Mitarbeiter, auch der Chef, zieht morgens eine Karte und erhält darauf seine Tagesaufgabe. Diese kann z.B. lauten: “High Five”. Das bedeutet, an dem Tag etwas besonders gut zu machen, so dass ein Kollege bereit ist einem dafür ein “High Five” zu geben. Eine andere Karte stellt etwa die Aufgabe “generiere heute Zusatzverkäufe”. Hier muss sich der Mitarbeiter etwas einfallen lassen, um weiteren Umsatz zu machen. Holt ein Kunde beispielsweise seine Brille ab, kann er ihm eine Sonnenbrille in der passenden Sehstärke anbieten. Vorschläge zur Umsetzung finden die Spieler auf der Rückseite der Karte. Sie sollen sich aber auch über ihre Karten unterhalten und gegenseitig Tipps geben.

Für alle erfolgreich erledigten Aufgaben gibt es Punkte und am Ende des Monats kann der “Optiker des Monates” ermittelt werden. Das kann jeder mal sein, selbst der Azubi. Die Einzelleistung aber auch das Team-Ergebnis kannst du als Chef nun belohnen. Aufmerksamkeiten wie Konzertkarten oder Restaurantgutscheine wirken langfristiger als eine Bonuszahlung und zeigen, dass du deine Mitarbeiter gut kennst und dir Gedanken zu ihren Interessen machst.

Mit unserem Kartenspiel steigen nicht nur Spaß und Motivation im Team, sondern das Ergebnis wird auch mehr Umsatz für dein Geschäft sein. Das ist es ja, worum es letztendlich geht: Dein Unternehmenserfolg.

Ganz nebenbei: Du als Chef hast das Spiel zwar in deinem Team eingeführt, aber du hast die Aufgaben nicht erfunden. Wenn es also mal unbequem wird, kannst du die Schuld ganz einfach auf jemanden anderen schieben. Apropos: Das ist auch der Grund, warum große Unternehmen viel Geld für Unternehmensberater ausgeben. Die Chefs sind sich schon lange klar darüber, was sie ändern möchten. Sie brauchen aber den sogenannten “Schwarzen Peter”, auf den sie die Schuld für die Veränderungen abwälzen können.

Nun, so schlimm wird es sicher nicht werden. Das Kartenspiel ist ganz einfach und die Aufgaben sind für alle, vom Azubi bis zum Chef, leicht umsetzbar. Sicher lernt man diese Dinge auch in der Ausbildung, durch “learning by doing” im Beruf oder durch Verkaufsschulungen, aber es ist ja nicht immer alles im Kopf präsent. Unser Kartenspiel erinnert auf unterhaltsame Weise daran.

 

 

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